Zwischen Kaffee und Krise

Wenn das Leben kein Plan ist – sondern ’ne Baustelle. Hinfallen, aufstehen, weitermachen – so läuft das hier.

Weiße Tulpen

„Sind die für miiiiiiiiiich?“ – „Natürlich, Schatz. Für wen denn sonst?“

Damals hab ich gelächelt, als du mir das Foto geschickt hast. Was man darauf nicht sieht: wie viel Liebe in diesem Strauß weißer Tulpen steckte.
Ich hatte nie gelernt, wie sich Liebe ohne Bedingungen anfühlt. Ich kannte Misstrauen, Vorsicht, Rückzug – aber nicht diese selbstverständliche Großzügigkeit, mit der Johann mich immer wieder überschüttet hat.

Finanziell war das oft unvernünftig. Aber er hat mich gesehen. Mich gefeiert. Mich behandelt, als wäre ich seine Königin – auch wenn ich mich selbst kaum spüren konnte.
Und ich? Ich war so überfordert mit echter Zuneigung, dass ich fast gefragt hätte, ob er Fieber hat oder aus Versehen im Lotto gewonnen.
Und wenn ich ganz ehrlich bin: Ich habe seine kleinen und großen Liebeserklärungen oft abgeschmettert. Hab weggelächelt, gezweifelt, geblockt.
Nicht weil ich kalt war – sondern weil ich nicht wusste, wie man Liebe annimmt, wenn sie nichts fordert.

Heute weiß ich: Herzlos war ich nicht. Nur unheilbar vorsichtig. Und Johann? Der hat trotzdem weiter geliebt. Weiter gehofft.

Obwohl ich es ihm wirklich nicht leicht gemacht hab.